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Nebenwirkungen lindern

Krebstherapien bringen auch immer wieder Nebenwirkungen mit sich. Diese sind meist dadurch bedingt, dass Zytostatika und Strahlentherapie nicht nur Krebszellen, sondern auch sich teilende gesunde Körperzellen treffen. Andere Therapien wie zum Beispiel die Hormontherapie beeinträchtigen das Wachstum von Krebszellen aber auch funktionierende Regelkreise, wodurch z.B. Symptome / Erscheinungen wie beim Wechsel auftreten.

Nebenwirkungen treten nicht bei jedem Patienten auf und sind auch in ihrer Stärke individuell unterschiedlich ausgeprägt.

Zu den häufigsten, die Lebensqualität beeinträchtigenden Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Müdigkeit und Schmerzen. Wenn Sie an Nebenwirkungen leiden, informieren Sie Ihren Arzt! Bei einigen Therapienebenwirkungen kann durch richtige, der Situation angepasste, Ernährung viel für das Wohlbefinden erreicht werden. Gerade auf dem Gebiet der supportiven Therapien, die Nebenwirkungen (der Chemotherapie) lindern oder aufheben können, sind in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht worden.


Müdigkeit

Müdigkeit und Erschöpfung, medizinisch unter dem Begriff Fatigue zusammengefasst, sind die häufigsten, die Lebensqualität einschränkenden Nebenwirkungen.

Fatigue kann viele Auslöser haben. Einerseits drückt die Diagnose Krebs und die Sorge um die Heilung natürlich auf die Stimmung. Fatigue kann aber auch durch die Krebserkrankung selbst, die Behandlung, die Medikamente, Blutarmut (Anämie), Gewichts- und Appetitverlust sowie durch den veränderten Stoffwechsel ausgelöst werden.

Tipps

Sie benötigen viel Ruhe und genügend Schlaf. Wichtig ist es, eine Balance zwischen Ruhe und Aktivität zu finden. Bleiben Sie soweit als möglich jedoch aktiv und denken Sie positiv. Notieren Sie die tageszeiten, an denen Sie sich am kräftiogsten fühlen. Planen Sie Ihren Tag  schon am Vorabend und erledigen Sie wichtige Aktivitäten zu den zeiten, an denen Sie besonders viel energie haben.

 


Übelkeit und Erbrechen

Die Ursachen der Übelkeit aufgrund der Krebstherapie können vielfältig sein, prinzipiell wird jedoch durch die reizung bzw. Schädigung der Zellen des Magen-Darmtraktes ein Gewebshormon (Serotonin) freigesetzt, wonach Signale an das Brechzentrum im Gehirn weitergeleitet werden. Diese reaktion kann sich als akute (innerhalb von 24 Stunden) bzw. verzögerte (nach mehr als 24 Stunden auftretende) Nebenwirkung manifestieren.

Sprechen Sie so früh wie möglich mit Ihrem Arzt über auftretende Beschwerden! Mittlerweile gibt es spezielle Medikamente (Antiemetika), die diese Beschwerden mildern.

Tipps

Nehmen Sie am morgen der Chemotherapie nur eine kleine Mahlzeit zu sich. Sorgen Sie für ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Atmen Sie tief und langsam, wenn Sie Übelkeit verspüren. Tragen Sie nur locker passende Kleidungsstücke.

 


Schmerzen

Schmerzen bei einer Krebserkrankung können verschiedene Ursachen haben und sich unterschiedlich äußern, je nachdem in welchem Organ oder Gewebe der Tumor wächst. Einige Krebserkrankungen sind häufiger mit Schmerzen verbunden weil der Tumor beispielsweise in die Umgebung wächst oder Knochenmetastasen bildet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass bestimmte Schmerzarten oder -lokalisationen nur bei bestimmten Krebserkrankungen vorkommen. Liegen Schmerzen bei einer Krebserkrankung vor, sollte deshalb immer nach der genauen Ursache gesucht werden.

Schmerztagebuch

Führen Sie ein Schmerztagebuch, in dem Sie bestehende oder neu entstandene Schmerzen so präzise wie möglich beschreiben. Informieren Sie Ihren Arzt über ihre Schmerzen. Eine gute Diagnostik der Schmerzursachen ist wichtig, weil Schmerzen in Art und Ursache vielfältig sind und daher auch unterschiedlich behandelt werden.

Schmerztherapie

Die WHO hat 1986 erstmals Empfehlungen für die medikamentöse Tumorschmerztherapie herausgegeben. Diese Empfehlungen sehen die stufenweise Anpassung der medikamentösen Therapie an die Stärke der Schmerzen vor und gelten als Richtlinie im Vorgehen der Behandlung von Tumorschmerzen.

Neben dieser Basisschmerztherapie gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Therapie zu ergänzen bzw. zu unterstützen.